Utopischer Denkworkshop 2.0

Der zweite Workshop wurde am 18.06.2019 von 18.00 bis 19.30 im Wissens°raum des Science Center Netzwerks abgehalten. Nach einer kurzen Vorstellung des Utopiebegriffs und der anschaulichen Darstellung anhand des Beispiels „Rotes Wien“ starteten die acht TeilnehmerInnen mit der Leitfrage „Was ist meine größte Sehnsucht für Wien im Jahr 2050?“ in eine Brainstorming-Session, bei der Zukunftsvorstellungen gesammelt wurden. Anschließend waren die TeilnehmerInnen dazu angehalten in einer Zeichensession ihre Vorstellungen und Visionen analog zu visualisieren. Zum Abschluss wurden die Visionen in einer Bewertungsrunde priorisiert (in Hinblick auf Wünschbarkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit) und in einer Diskussion reflektiert. Die wichtigsten Zukunftsvisionen und -vorstellungen der TeilnehmerInnen waren:

  1. Umverteilung
  2. Gleichwertigkeit
  3. Teilchentransporter
  4. PV-Anlagen auf allen Gebäuden
  5. Bürger-Chip, der bei Geburt eingepflanzt wird (sehr ambivalent: gläserner Mensch versus mehr Sicherheit)

Die im Workshop gesammelten Zukunftsvorstellungen sind durch die Kombination aus diffusen umfassenden Themen und sehr detaillierten Vorstellungen von und zu diesen breiteren Themen geprägt. Die unterschiedliche Granularität von Zukunftsvisionen spiegelt die Komplexität von gesellschaftlichen Zukünften wider. Eine Herausforderung die mit dem Unterfangen sehr weit in die Zukunft zu denken einhergeht ist die Überwindung der gedanklichen Verbundenheit zum Hier und Jetzt. Auch die Workshop-TeilnehmerInnen äußerten anfangs Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Unterfangens, stießen aber im Workshop-Verlauf auf spannende Fragen, wie „Leben wir vielleicht heute schon die Utopie des Jahres 2050? Werden wir uns 2050 vieles von dem, was wir heute haben, wünschen?“ Aber auch Angst vor der Zukunft war im Workshop spürbar, der Gedanke, dass es eher schlechter werden könnte als besser überschattete auch hier so manche Diskussion über wünschbare Zukünfte. Die Rückmeldung von Seiten der TeilnehmerInnen waren durchwegs sehr positiv. Mehrwert sahen sie vor allem in der teils erstmaligen Auseinandersetzung mit utopischem Denken bzw. mit Utopien und dem gegenseitigen Austausch darüber. Das Beispiel des Roten Wiens weckte Interesse und stellte einen greifbaren Anknüpfungspunkt für das utopische Denken dar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.